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So muss es sein

26. Oktober 2009

Heute fing der Tag langsam an, irgendwie, denn ich war ein bisschen mitgenommen von dem gestrigen Gelage. Trotzdem schaffte ich es schwungvoll aus dem Bett zu kommen (ein bisschen wacklig, aber tapfer), alles morgendliche zu koordinieren, die Kinder pünktlich in die Kita zu bringen, zu frühstücken und zu arbeiten. Und upps, der selbst so nach vorn gezogene Redaktionsschluss für die Kitazeitung ist mir total entfallen. Läuft auf einen langen Abend hinaus. Macht doch nix. Immer her mit den Aufgaben! Orangensegmente gegen Schokolade getauscht. Brauchte dringend Vitamine! Weiter gings. Ein bisschen entspannter heute (blöde Schmerzen von was auch immer 😦 ), aber immerhin durchgehalten. Zur Mittagspause dann ein wenig Organisationstalent gezeigt – Kinder sollten für den Nachmittag für Fotos der Lokalpresse herhalten – kein Ding. Und klar, ich kann noch ein paar zusätzliche Kinder auftreiben. Gleich zwei Mails fürs Herz heute, dazu Heckmeck auf Arbeit. Ich lasse mich voll aus über einen Kollegen. Ist eben so als total frustrierte Frau 😉 Immer druff auf die Männer! Dem Chef gesteckt, dass der Schal ein modisches Accessoire und kein Hinweis auf meine angeschlagene Gesundheit ist. Ich muss mich morgen zusammen reißen, dass ich nicht petzte. Professionalität nennt man das wohl. Nachmittags dann in der Kaffeepause, die viel zu lang war, ganz gemeine Taten begangen. In der Gruppe einfach leichter. Der Vater der Kinder verkündet via SMS heute Abend nicht da zu sein, da noch wichtig Dinge zu erledigen wären. Ist das Erleichterung, die ich spüre? Kinder aus der Kita zum Lokalpressefutzifototermin geschleift. Viele Kinder, laufend heult eins. Ach, was tut man nicht alles um sich sozial zu engagieren. Aber ich bin total entspannt. Echt jetzt! Ich spreche langsam und ruhig. Wir fahren in der Abenddämmerung durch den dicken Feierabendverkehr in das Einkaufsparadies für Schreib- und Spielwaren. Im Radio jammern die Moderatoren, dass es draußen schon so dunkel ist. Ob sie das ein halbes Jahr durchhalten. Wahrscheinlich ist das jetzt so schlimm, dass man gleich mal von ner Brücke springen muss. So Kinder, wir sind da. Wir kaufen nur Adventskalender (ich klopf mir innerlich auf die Schulter – klingt schräg – dass ich es dieses Jahr so zeitig schaffe und daher Auswahl ohne Ende habe – basteln für 3 Kinder is ni!) und Lollies. Ohne Geplärr, gaaanz entspannt. Ohne blöde Kommentare, ohne Streiterei, Neid oder Bettelei. Die Leute lächeln uns hinterher. Boah, toll! Kurzer Disput über die Verteilung der Lutschersorten auf die Kinder. Ich zaubere ein Ass aus dem Ärmel, das Beschwerde führende Kind gibt augenblicklich nach und beugt sich seinem nicht mehr ganz so schlimmen Schicksal. Ich entspannt, Kinder entspannt. Dann verstauen wir mal das ganz Zeugs im Kleinwagen und gehen zum Bäcker. Wer sich als erstes meldet, darf die Brötchen tragen. Kein Gezeter. Heute scheint der Tag der Regelliebhaber zu sein. Bitte immer so! Auf dem Weg nach Hause im Feierabendstau ein kurzes Briefing über die folgende Aufgabenverteilung. Ohne Geschrei passieren wir das gesamte Treppenhaus. Jedes Kind schleppt einen selbstgewählten Teil, der vorher erbeuteten Konsumgüter nach oben. Kurze Stippvisite der Nachbarskinder bei uns und umgekehrt. Abendbrot in besinnlicher Stimmung. Richtig schön! Ich singe der Kleinen zum Einschlafen Hometown von Adele und If I were a boy von Beyonce vor. Weiß der Teufel warum. Sie schlummert selig in meinen Armen ein. Die Großen dürfen sich noch ein paar Playmobilfiguren aussuchen, die sie mit ins Bett nehmen können. Kurzer Müdigkeitsfrustwutanfall. Ich bin die Ruhe in Person und beschwichtige. Tränen weil der Ohrstecker nicht wieder so richtig an seinen Platz will. Aber dank des heutigen Sonnenwindes (oder so) alles kein Ding. Die Kinder im Bett. Ich singe in der Küche das hier

und erwische das Prinzesschen noch einmal mit umgeschnallten Schmetterlingsflügeln und Bauchtänzerinnenkappe auf dem Kopf auf dem Klo. Ich schicke sie lächelnd wieder ins Bett. Heute mal ohne Windel (Hoffnungflammt auf 😉 ). Ich schnappe mir den Laptop, habe vor die Kitazeitung mit Artikeln zu versorgen, heute nochmal die Tanzchoreo durchzugehen, Klavier zu spielen (Marche Funèbre – nicht dass Hochstimmung aufkommt) und bleibe eine halbe Stunde an diesem Artikel hängen, der einfach verfasst werden musste. In meinem Herzen viel Wärme, in meinem Gesicht ein Lächeln, in meinem Kopf kein Chaos. Zufrieden, dass der Tag so voll war und noch ist. Zufrieden, dass die ganze Woche so voll sein wird. Zufrieden, dass ich heute meine innere Ruhe endlich mal wieder gefunden habe. Die hatte sich sehr gut versteckt! Is aver ooch 😉

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3 Kommentare leave one →
  1. 26. Oktober 2009 23:44

    So muss es sein. Du bist unglaublich, dass Du noch soviel Kraft hast, so einen tollen Tag für Deine (und nicht nur Deine) Kinder und für Dich zu gestalten! *Respect!* 🙂

  2. 27. Oktober 2009 17:06

    Danke 😉 So etwas brauch ich einfach! Sonst hat der Kopf zu viel Zeit zu denken…

  3. 28. Oktober 2009 11:16

    Wow…bei dir ist ja ordentlich was los.

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