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Tief im Westen

29. Dezember 2009

Da war ich. Für ganze 19 Sunden. Insgesamt habe ich dafür 10 Stunden Autofahrt auf mich genommen. Nur um weg zu kommen von dem ganzen Druck hier und um bei IHM zu sein. Und es hat sich gelohnt. Ich hatte zwar großen Bammel davor, seine Eltern und seine Schwester kennen zu lernen, aber es war einfach so nett. Tolle Gespräche, leckeres Essen, eine kleine Stadt, die ganz schnuckelig daher kam. Die insgesamt anderthalb Stunden im Stau stehen waren nicht so dufte, aber ich hab sie ja unbeschadet überstanden. Auch nicht so dufte war die Vorgeschichte, die mich eigentlich dazu gebracht hatte wieder zu fliehen. Ich wollte nicht riskieren, dass der Nochmann ganz die Fassung verliert und handgreiflich wird. Vorgestern Abend war das nämlich fast der Fall. Ich habe also nach einem dann zum Glück doch noch lustigen Abend mit den anderen Mamas nach einigen Gläschen Alkohol beschlossen, die Kinder am nächsten Tag zu schnappen und zu meinen Eltern zu fahren. Es fühlte sich seltsam an – heimlich Klamotten für die Mädels zusammen suchen, für mich das Nötigste greifen und raus. Bei meinen Eltern angekommen, war klar, dass ich nur einen Tag hatte. Ich habe die Mädels zum Abschied geküsst, mich ins Auto gesetzt und war mir nicht so sicher ob ich mir das wirklich trauen sollte zu IHM zu fahren. Mein Notfallplan war mein Opa. Oder ich hätte mir per Zufallsprinzip eine Stadt auf der Landkarte gesucht, die ich angesteuert hätte. Das wollte ich! Ein richtiges kleines Abenteuer. Einfach mal machen. Eine meiner Freundinnen meinte: Klar, fahr doch hin, wenn deine Eltern die Kinder nehmen! Das ist doch nicht bekloppt! Das ist verliebt sein! Oh, wie danke ich ihr für diese Sätze!

Als ich nach dieser ersten, überstürzten Autofahrt dann in jener kleinen Stadt ankam, war ich einfach nur froh, erleichtert, glücklich, aufgeregt. Sich in die Arme schließen zu lassen und sich am richtigen Platz zu fühlen, dafür habe ich mich ins Auto gesetzt! Nach all den angespannten Tagen tat diese Ablenkung so gut! Demjenigen tief in die Augen zu sehen, dem man nahe sein will, ist das Größte und gibt so viel Energie und Kraft. Dass dann auch noch seine Eltern so sympathisch waren, war natürlich Spitze. Ich habe mich dort schnell wohl gefühlt. Also wenn mich jemand fragt: Ja, ich würde es jederzeit wieder machen!

Ich habe zwar ein bisschen Angst vor dem, was mich morgen erwartet, wenn ich mit den Kindern wieder zu Hause ankomme, aber dieser kleine Ausbruch war gut! Die Mädels haben mich auch nicht vermisst, aber sich trotzdem riesig gefreut als ich heute wieder bei meinen Eltern ankam. Jetzt gönne ich uns noch eine ruhige Nacht und dann … ja, dann hoffe ich, dass ich morgen genug Kraft habe für das Leben zu Hause. Mit dem Nochmann.

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2 Kommentare leave one →
  1. 30. Dezember 2009 22:23

    Toll, dass du dich getraut hast und es tat dir wirklich gut, so wie du es beschreibst. Ich wollt auch kurz anmerken, dass ich immer noch mitlese. Nicht jeden Tag, aber immer wieder! Ich wünsch dir einen guten Rutsch und ein tolles neues Jahr, lg Karin.

  2. 2. Januar 2010 13:30

    🙂

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