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Überfordert

7. Mai 2010

Im Moment schwanken meine Tage zwischen alles super und totaler Überforderung. Obwohl nicht direkt Überforderung, sondern die Angst davor überfordert zu sein und das alles nicht zu schaffen. Eigentlich hat sich nicht viel geändert. Ich stehe zwischen 5 und 6 Uhr auf. Die Kinder sind zwischen kurz vor 7 und halb 8 im Kindergarten. Ich arbeite etwa bis halb 5. Dann kommen wir zwischen 5 und 7 Uhr abends zu Hause an, je nach dem was wir noch unternehmen und dann gibt es Abendbrot und Bett. Weiter geht es dann mit Hausarbeit und manchmal auch mit einem gemütlichen Abend zu zweit. Manchmal heißt das für mich ich koche doppelt. Einmal für die Kinder und einmal für die „Großen“.  Aber an manchen Abenden bin ich eben auch allein. Das war in letzter Zeit öfter so. Tagungen, Tagungen, Tagungen. Und dann fühl ich mich schnell allein. Und eben überfordert mit allem.

Dann stürzt abends so eine große scharze Wolke auf mich hinunter. Mir hilft dann am besten Schlafen. Schnell ins Bett. Schnell die Augen zu machen und alles ausblenden, den Kopf so schnell es geht ausschalten. Dann schlaf ich bis Mitternacht, stelle den Trockner an – das tolle Teil – um die Nachbarn zu ärgern und geh wieder ins Bett. Wach um 3 wieder auf, schaue auf die Uhr und warte, dass es nach 5 wird damit ich aufstehen und Lärm machen kann.

Wenn ich nicht müde bin kann ich mich dann auch eine Stunde lang in meinen tollen Sessel setzen, vor mich hinstarren und versuchen an nichts zu denken. Keine Musik, kein Kinderlärm, kein Fernseher, keine Diagramme, keine Tabellen, keine technischen Zeichungen, keine Klatschzeitungen. Nichts. Nur ich und der Sessel und ein halbwegs leerer Kopf. Das ist wie Urlaub. Danach kann dann wieder geschuftet werden.

So, nun mal zurück zu gestern Abend. Nachdem ich mit den Kindern beim Kinderarzt nach 3 Impfungen um 18 Uhr raus war, noch schnell Windeln gekauft hab und mit der Meute tanken war, kamen wir etwas knülle gegen 19 Uhr zu Hause an, aßen und dann begann das übliche Abendprogramm in Sachen zu Bett gehen. Nur seit einigen Tagen macht das weniger Spaß, denn die kleinste im Bunde, die sonst immer so toll im Bett liegen blieb, findet es inzwischen überaus lustig 10 bi 20 Mal wieder aufzustehen, Musikinstrumente zu finden, diese zu benutzen, zu ihrer Schwester ins Bett zu klettern, laut zu singen, was auch immer. Und gestern stand ich da nun im Flur, gerade erfahren, dass ich heute Abend alleine sein werde und die schwarze Wolke kam. Ziemlich erbärmlich eigentlich. Ich mach mich viel zu sehr abhängig. Ich sollte viel mehr allein sein können. Und laufend kam dieses Kind wieder aus seinem Bett obwohl es doch so müde war… Das kostet mich Kraft.

Was ich hier aufschreibe sollte ich eigentlich jemand anderem erzählen. Ich sollte lernen mich zu beschweren und mehr einzufordern. Kompromisse geh ich laufend ein und vielleicht ist das so eine Art Zwang als Mutter immer zurückzustecken!?! Stimmt bei mir eigentlich nur bedingt. Oder sehe ich mich falsch? Aber oft entdecke ich an mir dieses blöde Verhaltensmuster: sehen, dass etwas schief läuft, warten, dass es besser wird, erst reagieren, wenn es schon fast nix mehr zu retten gibt. Anderen den Vortritt lassen um sich dann ausheulen zu können, dass nichts klappt. Das bezieht sich auf meine Arbeit und auf mein Privatleben. So ist das manchmal und es ärgert mich, wenn ich es nicht schaffe da auszubrechen. Ich schaffe es noch nicht mal zu sagen, dass mich etwas stört, wenn mich jemand darauf anspricht. Erst beim zweiten oder dritten Mal nachfragen sage ich es, vielleicht. Denn oft weiß ich selbst nicht so genau, was mich eigentlich stört. Oder wie ich mich ausdrücken soll.

Ich glaub ich schreib mich gerade immer weiter runter. Darum geh ich jetzt lieber.

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3 Kommentare leave one →
  1. Claudi permalink
    7. Mai 2010 12:58

    Ich denke du kommst jetzt zur Ruhe und hast etwas Zeit für dich … dann bleiben düstere Gedanken nicht aus … lass dich davon nicht unterkriegen .. drücken kann ich dich erst in 2 Wochen, wenn ich unser Studienstadt einen Besuch abstatte und du da sein solltest 🙂

  2. 7. Mai 2010 13:29

    Klar bin ich da und werd dich gern drücken!!! 🙂

  3. 7. Mai 2010 23:32

    Meine Liebe, die dunklen Gedanken sind scheinbar wirklich normal, aber passt auf Dich auf und erkenne die Grenze, wenn es zu viel wird. Ich wünsch Dir alles Liebe und bald auch wieder friedlich dun brav schlafende Minimonster!

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